Neues quer aus dem Sachbuchbereich

Guggenbühl, Allan:
Was ist mit unseren Jungs los?
: Hintergründe und Auswege bei Jugendgewalt / Allan Guggenbühl. - Freiburg i. Br. : Kreuz-Verl., 2011. - 199 S.
ISBN 978-3-451-61002-8

Der Schweizer Kinder- und Jugendpsychologe Allan Guggenbühl arbeitet das multifaktorielle Ursachengeflecht jugendlicher Gewalt auf und stellt vermeintlich bewährte Methoden der Gewaltprävention auf den kritischen Prüfstand. Er macht seine Position zum Thema deutlich und vermittelt Einblicke in das von ihm in der Zürcher Erziehungsberatung initiierte und bewährte Anti-Aggressivitäts-Training (AAT).

Dessen Intention ist es, mit gewalttätigen Jugendlichen eine Konfliktkultur einzuüben, in der man streiten, sich ablehnen und bekämpfen kann, ohne sich gleich menschenverachtend und sozialschädlich zu gebärden. Die dahinter stehende Haltung der "Erzieher" (vorrangig Lehrer, sozial Tätige und Therapeuten): verbindliche, fordernde und gleichzeitig liebevolle Beziehungen. "Die Jungen müssen merken, dass es sich lohnt zu leben, dass auch sie einen Platz in dieser Gesellschaft haben und ihre Aggressionen kreativ einsetzen können".


Sacks, Oliver:
Das innere Auge
: neue Fallgeschichten / Oliver Sacks. - 1. Aufl. - Reinbek bei Hamburg : Rowohlt, 2011. - 281 S.
Aus dem Engl. übers.
ISBN 978-3-498-06408-2


Der New Yorker Arzt und Psychiater Oliver Sacks ist mit seinen allgemein verständlichen Beschreibungen komplexer neurologischer Krankheitsbilder weltweit bekannt geworden, viele seiner Bücher wurden Bestseller.

Jetzt präsentiert er neue Fallgeschichten seiner Probanden und Patienten und veranschaulicht mit ihnen die neurowissenschaftlichen Zusammenhänge von visueller Wahrnehmung und Bewusstsein. Etwa die erstaunliche Geschichte der Musikerin, die die Fähigkeit, Noten zu lesen, verloren hat, die aber dennoch Konzerte geben kann.

Auch über seine eigenen Erfahrungen, mit einer Krebserkrankung im Auge und dem damit einhergehenden Verlust von visuellen Fähigkeiten leben zu müssen, erzählt er sehr offen und anschaulich. Deutlich wird, welch bemerkenswerte Fähigkeit unser Gehirn besitzt, sich Beeinträchtigungen anzupassen.

Ein hoch interessanter populärwissenschaftlicher Sachbericht, zugleich eine unterhaltsame und manchmal geradezu spannende Lektüre.


Moor, Dieter:
Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht
: Geschichten aus der arschlochfreien Zone / Dieter Moor. - Orig.-Ausg., 13. Aufl. - Reinbek bei Hamburg : Rowohlt-Taschenbuch-Verl., 2011. - 297 S. - (rororo ; 62475 : Sachbuch)
ISBN 978-3-499-62475-9

Dieter Moor, auch bei uns bekannter Schweizer Schauspieler und TV-Moderator, und seine Frau Sonja beschließen, ihr beschauliches Schweizer Domizil aufzugeben und  stattdessen einen Bauernhof in Amerika zu kaufen und zu bewirtschaften - dass "Amerika" ein Dorf in Brandenburg ist, macht aus der Sache kein geringeres Wagnis.

Das zeigt sich an den Überraschungen, Hindernissen und Schwierigkeiten, die das Paar von Anfang an erwarten. Doch sie verzweifeln nicht (können sie sich auch nicht leisten), und mit Hartnäckigkeit, Humor und der Hilfe von immer mehr Amerikanern, mit denen sie sich nach und nach anfreunden, gelingt es ihnen, heimisch zu werden.

Moor erzählt davon in diesem Buch, er schildert den Weg von Skepsis und Entsetzen über "jetzt erst recht" bis zur Begeisterung für die neue Heimat, flicht viele kleine humorvolle Anekdoten ein und spart nicht an selbstironischen Reminiszenzen an das eigene Schweizertum. Ein ehrlicher, sympathischer und unterhaltsamer Erlebnisbericht.


Kirkpatrick, David:
Der Facebook-Effekt
: hinter den Kulissen des Internet-Giganten / David Kirkpatrick. - München : Hanser, 2011. - 402 S.
Aus dem Amerikan. übers.
ISBN 978-3-446-42522-4

Facebook ist wieder mal so eine amerikanische Geschichte: aus der Garage (bzw. direkt vom Uni-Campus) zum milliardenschweren Unternehmen, das wohl neben Google zurzeit am prominentesten, aber auch umstrittensten ist.

Hier liegt nun eine seriöse, akribisch und sauber recherchierte Firmengeschichte vor, die zeigt, wie Gründer und CEO Mark Zuckerberg mit Glück und Geschick die "rasanteste Internet-Story der letzten Jahre" hinlegte.

Der Autor David Kirkpatrick ist Internet- und Technik-Journalist und beobachtete den Werdegang des Sozialen Netzwerks von Anfang an. Gleich mitgeliefert wird eine aufschlussreiche Geschichte der Internet-Communities sowie immer wieder Betrachtungen darüber, wie Facebook unser Leben verändern kann - überwiegend, aber beileibe nicht nur mit positiver Tendenz, wie z.B. das Nachwort zur deutschen Ausgabe zeigt.


Lohstroh, Annika:
Deutschland, einig Jammerland
: warum uns Nörgeln nach vorne bringt / Annika Lohstroh ; Michael Thiel. - 1. Aufl. - Gütersloh : Gütersloher Verl.-Haus, 2011. - 223 S.
ISBN 978-3-579-06752-0

Des Deutschen angeblich liebste Beschäftigung nervt zwar das Umfeld, die Verursacher aber sind weniger die Schwachen und Erfolglosen.  Zeitgenossen, die gezielt meckern, jammern, nörgeln und nölen stehen hier im Mittelpunkt. Durch ihr Jammern bekommen sie Aufmerksamkeit, stehlen andern die Show, ganz nach dem Motto: Jammere laut und penetrant, dann wird dir geholfen! Die Autoren entwickeln so etwas wie eine Systematik des (Erfolgs-)Jammerns; mit ihrem psychologischem Know-how arbeiten sie die Ursachen des Phänomens in allen seinen Schattierungen auf und illustrieren die Nörgeltaktiken in Erziehung, Beziehung, Job, Medien, Wirtschaft und Politik - auf dass jeder in Zukunft immun werde gegen die Tricks der Jammerlappen.

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